Sympathien des Zuschauers für die Darsteller in Filmen sind schnell verteilt. Selten gelingt das jedoch so schnell wie hier. Klare Fronten, eindeutige Ansagen und messerscharfe Konsequenzen. Sollte Jean Reno jemals unangemeldet auf ihrer Geburtstagsfeier auftauchen brauchen sie keine Kerzen mehr.

König Vortigern leuchtet hier und da wie der Balrog aus HERR DER RINGE, die schicke Pelzmütze des Magiers Mordred erinnert stark an das Rentier RUDOLPH ROTNASE und die Schwestern von Jabba the Hutt aus STAR WARS haben auch mitgespielt. Währenddessen sitzt der künftige König im Bordell und zählt sein Geld. Natürlich darf jeder seinen König Arthur interpretieren wie er will. Auch Regisseure.

Zehn Gebote? Wer je die Religionssatire "Gott bewahre" von John Niven gelesen hat, weiß, daß Gott den Menschen nur ein Gebot gegeben hat: Seid lieb! Moses, dieser Schlingel, hat daraus zehn Gebote gemacht, die er sich auf dem Berg Sinai selbst ausgedacht hat. Egal welcher Version man jetzt den Vorzug gibt, es ist Ostern, und da ist dieser Film eben Pflichtprogramm im Heimkino. Und ja, Monumentalfilme sind großes Kino!

Zum Glück sind Personen und Handlung in Spielfilmen immer frei erfunden. Genau wie verdeckte Methoden multinationaler Konzerne deren Ziel es ist, in Afrika den Rohstoffhandel zu beherrschen, ungeachtet aller humanitären Konsequenzen.

Stephen King hat Konjunktur und im Fahrwasser des neuen Kinofilms von ES ist ein wenig untergegangen, dass die Verfilmung seines Klassikers STARK endlich vom Index genommen wurde und eine FSK 16 - Freigabe bekommen hat.

Einmal mehr ist Charles Bronson ein Musterbeispiel dafür wie man mit wenig Worten viel erreicht. Das konnte er schon immer, dafür sieht man ihn gerne auf der Leinwand. Der Film ist nicht für Zuschauer gedacht, die hinter jedem Dialog einen sozialkritischen Inhalt suchen. Die Botschaft ist klar und einfach: Klappe halten. Jack Palance spielt den Bürgerkriegsveteran Whitmore so glaubhaft, dass man ständig dazu neigt sein Popcorn auf die Leinwand zu schmeissen wenn er im Bild erscheint.

In diesem Film passiert nichts — außer das Leben. Es ist also für jeden etwas dabei und der Wiedererkennungseffekt ist ausgesprochen hoch. Nein? Doch! Alles andere sind nur kleine wahre Lügen.

Zuerst die Grammatik: Du bäckst oder du backst Apfelkuchen? Du backtest oder du bukst Apfelkuchen? Einer in diesem Film kann Apfelkuchen backen. Und immer wenn in einer absurden Situation der Gedanke aufkommt, dass einer der Protagonisten hoffentlich nicht das tut, was man vermutet, dann tut er genau das, was er tun muss. Alles klar?

Filmzitat der dritten Art: "Außergewöhnlich aggressives Sozialverhalten trotz idealer klimatischer Bedingungen. In den letzten 5.000 Jahren vier Milliarden Tote durch Gewalt. Im selben Zeitraum 15.000 bewaffnete Konflikte. Bis zum Ressourcen-Aus und dem Aussterben der Menschheit bleiben keine 600 Jahre mehr."

Über vierzig Jahre hat der Film jetzt auf dem Buckel. Aber insbesondere zwei Szenen haben sich im Gedächtnis festgebrannt: Dustin Hoffman in der Badewanne mit nassem Waschlappen im Gesicht und Laurence Olivier, in der einen Hand den Zahnarztspiegel, in der anderen die chromblitzende Häkchensonde. Wenn beim nächsten Zahnarztbesuch die Frage gestellt wird: "Sind Sie außer Gefahr?", nicht antworten. Wegrennen!

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